Unternehmensgeschichte

TRADITION BEWAHREN – ZUKUNFT ENTWICKELN

Johann Andreas Lünemann, geb. 31.05.1753, gest. 04.01.1829

Beginn als Schmiede

Die Geschichte unseres Unternehmens reicht weit zurück ins 18. Jahrhundert. Als sich der angehende Schmied Johann Andreas Lünemann aus Oedelsheim auf die traditonelle Wanderschaft begab, hätte er nicht vermutet, dass seine Tour bereits hinter dem Hügelland der Weser enden würde: In Göttingen traf der junge Geselle die schöne Dorothea, Tochter des in der Kurzen Geismarstraße ansässigen Schmiedes Busse. Johann Andreas und Dorothea heiraten, und die "eiserne Liaison" der beiden Schmieds-Familien legte den Grundstein für unser Unternehmen. Denn 1783 übernahm Johann Andreas die Busse-Schmiede, die fortan Lünemann hieß.

Georg Heinrich Lünemann, geb. 30.01.1786, gest. 24.01.1843

Lünemann wird Eisenhandel

Lünemann-Sohn Georg Wilhelm fühlte sich eher dem Kaufmännischen verpflichtet. Ab 1815 handelte er mit Eisen und Eisenwaren. Die im Solling gegossenen "Regulir-Füllöfen" erwiesen sich in Göttingen und Umgebung als Verkaufsschlager. Die Weichenstellung vom Handwerker zum Händler begründete die Tradition der Firma Lünemann als Handelsunternehmen.

Wirtschaftsaufschwung zur Gründerzeit

Im Wirtschaftsboom der "Gründerzeit" nach der Reichsgründung 1871, als durch die Schaffung eines nationalen Binnenmarktes die Zollschranken innerhalb Deutschlands gefallen waren, erfährt die Entwicklung unseres Unternehmens weitere wichtige Impulse. Marketing und Verkaufsförderung halten Einzug in die Unternehmenspolitik. So wurde Lünemann im Jahr 1900 zum Voll-Sortimenter für Eisenwaren, Werkzeug und Haushalt.

Am 2. Januar 1916 trat der spätere Chef Wilhelm Günther als kaufmännischer Angestellter in die Firma ein. Von 1938 bis zu seinem Tode im Jahr 1979 leitete Wilhelm Günther als geschäftsführender Gesellschafter die Firma Lünemann.

Kriege und Inflation

Der erste Weltkrieg und die nachfolgenden Inflationsjahre gestalteten sich für die Firma sehr nachteilig. Unter den Schwierigkeiten der Warenbeschaffung und auch beim Verkauf hat die Firma sehr gelitten. 1918 bis 1920 waren 12 Mitarbeiter im Hause Lünemann beschäftigt. Nach der Währungsreform, im November 1923, wurde mit unermüdlichem Fleiß und großem Können neu aufgebaut.

Die schweren Nachkriegsjahre

Im Jahr 1946 zählte die Belegschaft erst wieder 22 Mitarbeiter. Die Nachkriegsjahre, besonders die Inflationszeit bis 1948, waren sehr ernst. Doch dank des treuen Kundenstammes und durch den großen persönlichen Einsatz aller Mitarbeiter wurde diese schwere Zeit auch durchgestanden. Während vor dem Kriege ein großer Teil des Absatzes in Gebiete der Provinz Sachsen und vor allem Thüringens gingen, war die Firma nun infolge der Abriegelung durch die Zonengrenze gezwungen, ihre Verkaufsgebiete nach Westen und Südwesten (Hessen) auszuweiten.

Hallenneubau in der Grätzelstraße im Industriegebiet Grone-Südost 1966/67

Um- und Neubauten im Stadtgeschäft und am Standort Grätzelstraße

In den Jahren 1955 bis 1956 erfolgten große Umbauten, teils auch Neubauten im Stadtgeschäft in der Kurzen bzw. Langen Geismarstraße. Gleichzeitig wurde der Standort Grätzelstraße im Stadtteil Grone erschlossen. Hier wurden etappenweise mehrere große Bauten errichtet, so beispielsweise 1965/66 die Halle für den Produktbereich Stahl und Werkstoffe.

Sanitärausstellung "Die Bäderstraße" in den 1970er Jahren

Eröffnung der Bäderstraße

Am 9. November 1973 wurde die ›Bäderstraße‹ eingeweiht – eine zur damaligen Zeit einzigartige Badausstellung, die erst im Jahr 2004 vom ›Bäder-Stern‹ abgelöst wurde (vgl. Bild links; zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken).

Der Nachfragerausch der ›Wendejahre‹

Die Öffnung der innerdeutschen Grenze im November 1989 und die Wiedervereinigung 1990 führten zu den höchsten Umsätzen, die Lünemann bisher verzeichnen konnte. Inhaberin Elke Günther erinnert sich: »Wir hatten einen unglaublichen Kundenansturm. Die Menschen kamen nicht nur aus dem angrenzenden Nordthüringen, sondern auch von viel weiter her. Das Erfreulichste an der Sache ist, dass uns die meisten dieser Kunden von einst bis heute treu geblieben sind.«

Neubau in Grone-Südost und Konzentration des Unternehmens auf den Standort Grätzelstraße

Zu Beginn der 1990er Jahre fasste die Geschäftsleitung um Reimar Günther den Entschluss, den Großhandel für Industrie und Handwerk am Standort Grätzelstraße im Industriegebiet Grone-Südost zu konzentrieren. Am 19. Juni 1995 wurde das Fachmarktzentrum für Industrie, Handwerk und Heimwerker eröffnet. Drei Jahre später war das gesamte Unternehmen am Standort Grätzelstraße 13/15 im Industriegebiet Grone-Südost konzentriert. Das Stadtgeschäft wurde geschlossen.

Das Fachmarktzentrum nimmt Gestalt an: Im Februar 1995 ist der Ladeneingang einschließlich Verglasung fertiggestellt.
Reimar Günther

Plötzlicher Tod von Reimar Günther im Jahr 1996

Reimar Günther war ab 1951 Kommanditist, wirkte seit 1955 in der Geschäftsführung mit und trat 1979 die Nachfolge seines Vaters Wilhelm Günther an. Reimar Günther prägte das Unternehmen in den Jahrzehnten nach dem Kriege auf ganz erhebliche Weise mit. In den 1980er und 1990er Jahren nahm er als geschäftsführender Gesellschafter die entscheidenden Weichenstellungen vor, um Lünemann als modernes Traditionsunternehmen ins 21. Jahrhundert zu führen. Reimar Günthers Tod am 15. August 1996 kam völlig überraschend.

Nach mehr als 30 Jahren: Aus der ›Bäderstraße‹ wurde der ›Bäder-Stern‹

Am 3. bis 5. September 2004 wurde aus der ›Bäderstraße‹ der ›Bäder-Stern‹. Eine Badausstellung, die neue Maßstäbe setzt – darin waren sich die zahlreichen Kunden und Interessenten einig, die die Ausstellung am Eröffnungswochenende besuchten.

Tausende Besucher beim Jubiläumsfest 2005

Eine ›Schnapszahl‹ gab den Anlass: Das Fest zum 222-jährigen Jubiläum im Jahr 2005 erwies sich als voller Erfolg. Am Freitag, 15.04. und Samstag, 16.04. besuchten mehrere tausend Gäste aus Göttingen, der Region und weit darüber hinaus die Firma.

Metabo Power Partner und Bosch System Spezialist

Im Februar 2006 stellte sich Lünemann als exklusiver Metabo Power Partner in der Region vor und präsentierte die Metabo Partner Edition im Fachmarkt. Im September 2006 erfolgte die Präsentation als Bosch-System-Spezialist. Auch für die Produkte dieses Herstellers wurde im Fachmarkt ein eigener Ausstellungsbereich gestaltet – der Bosch-BSS-Shop.

Studio für Bauelemente und Beschläge

Inmitten des Lünemann-Fachmarktes wurde im Februar 2006 ein eigenes Studio für Baulemente und Beschläge eingerichtet. Lünemann gehört bereits seit geraumer Zeit zur ›Kooperation für Beschlagsysteme und Sicherheitstechnik‹, kurz: K-B-S. Unter diesem Dach sind mittelständische Qualitätsunternehmen vereint, die seit vielen Jahren am Markt präsent sind.

Platz 1 unter Göttingens Bau- und Gartenmärkten

Lünemann ist Göttingens bester Bau- und Gartenmarkt. Das erbrachte eine neutrale und objektive Umfrage des Privatinstituts für Marketing und Marktforschung MF Consulting. Die Befragten kürten Lünemann in den Punkten ›Freundlichkeit‹ und ›Beratungsqualität‹ mit großem Abstand zum Testsieger. In der Gesamtwertung ergab dies die Goldmedaille.

Auszeichnung ›Unternehmen mit Weitblick‹ für Lünemann

Im Rahmen des Programms ›Perspektive 50plus‹ zeichnete das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Dezember 2007 die Firma Lünemann als einziges ›Unternehmen mit Weitblick‹ im Landkreis Göttingen aus. Anlässlich der Ehrung und Übergabe der Urkunde am 4. Dezember 2007 hob Staatssekretär Rudolf Anzinger die Leistungen des Traditionshauses Lünemann hervor. Von den 89 Mitarbeitern hätten fast 30 das 50. Lebensjahr überschritten. Zugleich gebe es 12 Auszubildende.

Staatssekretär Rudolf Anzinger (links) überreicht am 4. Dezember 2007 auf der Wartburg bei Eisenach die Urkunde für die Auszeichnung "Unternehmen mit Weitblick" an Lünemann-Geschäftsführer Josef Petermann.

Lünemann feiert sein 225-jähriges Bestehen

Das Jahr 2008 stand ganz unter dem Zeichen des Jubiläums: Am 8. März 2008 präsentierten Elke Günther, Klaus Günther und Josef Petermann der Öffentlichkeit die neue Unternehmens-Chronik. Sie wurde redigiert und ab 1983 fortgeschrieben. Auf 135 Seiten erzählt sie die bewegte Geschichte eines der traditionsreichsten Unternehmen Göttingens und Südniedersachsens.

Die große Feier mit dreitägiger Hausmesse vom 23. Mai bis 25. Mai war der Höhepunkt des Jubiläumsjahres 2008. 400 geladene Gäste aus Industrie und Handwerk, Partner des Unternehmens sowie Gratulanten aus Politik und Verwaltung nahmen am Festempfang teil. Der Einladung gefolgt waren zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus Göttingen, Niedersachsen und dem ganzen Bundesgebiet. „Wir pflegen bisweilen einen etwas sorglosen Umgang mit dem Begriff der Tradition. Heute muss uns freilich nicht bange sein, dass wir uns sprachlich vergreifen“, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Meyer in seinem Grußwort. „Denn eigentlich ist am Beginn des dritten Jahrtausends auch in der Wirtschaft eher der Wechsel die Konstante. Da strahlt eine Firmengeschichte sehr einsam im Glanze ihres Jubiläums“. Der Oberbürgermeister überbrachte die Glückwünsche von Stadt und Landkreis. Andreas Gliem, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen, dankte für die gedeihliche Zusammenarbeit, und IHK-Geschäftsführer Martin Rudolph würdigte das Engagement der Lünemänner und –frauen in vielen Gremien. „Von solchen Firmen hätten wir gern mehr“, erklärte Günter Stolze, Chef der Nordwest Handel AG, mit der die Firma Lünemann bereits seit mehr als fünfzig Jahren zusammenarbeitet. 

Josef Petermann (links) und Elke Günther mit Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer

Elke Günther blickte auf zweieinviertel Jahrhunderte Lünemann zurück. Das Unternehmen habe schwere Zeiten überstanden wie zwei Weltkriege, Inflation oder zuletzt die Schließung des Stadtgeschäfts, doch die „Lünemänner“ seien immer wieder aufgestanden. Mit vereinten Kräften habe man das Unternehmen für die Zukunft hervorragend aufgestellt. „Dies erfüllt mich mit Freude und Stolz, aber auch mit Dankbarkeit“, so die Lünemann-Inhaberin.

Elke Günther hielt eine bewegende Rede.

Josef Petermann betonte die zukunftsorientierte Ausrichtung des Traditionshauses. Getreu dem Motto „Tradition bewahren – Zukunft entwickeln!“, unter dem auch die 135 Seiten starke Lünemann-Chronik steht, könnten sich die treuen Kunden auch in Zukunft auf eine kompetente Beratung ebenso verlassen wie darauf, bei Lünemann weiterhin die „berühmte lose Schraube“ zu bekommen. Zugleich markieren die neue EDV-Ausstattung und der Internetauftritt die konsequente Ausrichtung auf die Zukunft.

Josef Petermann hob die Ausrichtung des Traditionsunternehmens auf die Zukunft hervor